Der Kreditvergleich - Zusammenfassung
  • Der Kreditvergleich stellt selbst ungeübte PC-Benutzer vor keine große Herausforderung. Geben Sie den gewünschten Kreditbetrag, die Laufzeit und in weiterer Folge den Verwendungszweck ein; nach der Eingabe erhalten Sie bereits einen Überblick, welche Kreditangebote zur Verfügung stehen.
  • Wählen Sie die Kreditsumme mit Bedacht! Erstellen Sie zuerst eine Haushaltsrechnung und wählen Sie erst dann die Kredithöhe.
  • Berücksichtigen Sie auch die unterschiedlichen Zweckbindungen. Der Verwendungszweck kann die Konditionen positiv beeinflussen. Auch etwaige Sicherheiten – wie ein Bürge – können dafür sorgen, dass Sie einen besseren Tarif erhalten.
  • Zudem bedeuten kürzere Laufzeiten auch geringere Kosten. Beachten Sie jedoch, dass kürzere Laufzeiten automatisch höhere Raten verursachen. Die Gesamtbelastung wird jedoch reduziert.

Wenn Sie auf der Suche nach einem Kredit sind, werden Sie relativ schnell feststellen, dass es unzählige Angebote gibt. Doch welches der vielen Angebote ist tatsächlich empfehlenswert? Zählt am Ende nur der Zinssatz oder sind es mitunter auch andere Faktoren, die den Ausschlag geben, ob es sich um eine günstige oder teure Finanzierung handelt? Bevor Sie sich für ein Kreditangebot entscheiden, sollten Sie im Vorfeld einen Kreditvergleich durchführen. Dabei müssen Sie aber nicht alle Banken kontaktieren und auf die Kreditangebote warten, sondern können auch das Internet nutzen.

Im World Wide Web gibt es verschiedene Kreditvergleichsplattformen; hier erhalten Sie – innerhalb von Sekunden – einen Überblick, welche Kreditangebote zur Verfügung stehen. Nutzen Sie Kreditvergleichsportale, können Sie aber nicht nur Online-Kredite, sondern auch Kreditangebote von den traditionellen Filialbanken gegenüberstellen. Zu beachten ist, dass Online-Kredite jedoch oftmals bessere Konditionen haben.

 

Was macht einen günstigen Kredit aus?

Der erste Blick fällt auf den Zinssatz. Können Sie – bei einem niedrigen Zinssatz – davon ausgehen, dass der Kredit tatsächlich günstig ist? Nein. Der erste Blick fällt nämlich immer auf den sogenannten Sollzinssatz. Wichtiger ist aber der sogenannte effektive Jahreszinssatz.

Kreditvergleich ZinsDer Zinssatz

Dabei handelt es sich im Regelfall um einen gebundenen Zinssatz; das bedeutet, der Zinssatz bleibt – über die gesamte Laufzeit – unverändert. Er reagiert somit nicht auf den Leitzinssatz. Ein fixer Zinssatz hat natürlich auch seine Vor- und Nachteile. Von Vorteil ist, dass die monatliche Rückzahlung unverändert bleibt; Sie wissen bereits vor der ersten Rate, wie hoch die letzte Rückzahlung sein wird. Steigt der Leitzinssatz, hat das keine Auswirkungen auf ihren Kredit. Das kann aber auch zum Nachteil werden, wenn der Leitzinssatz sinkt.

Beim variablen Zinssatz wird dieser Nachteil hingegen zum Vorteil: Der variable Zinssatz reagiert auf die etwaigen Schwankungen des Leitzinssatzes. Steigt der Leitzinssatz, kann das natürlich gravierende Folgen für Sie haben: Die monatlichen Raten werden teurer; eine Grenze, wie hoch der Leitzinssatz steigen kann, gibt es nicht. Variable Zinssätze sind vor allem dann interessant, wenn Sie sich einerseits für eine längere Laufzeit entschieden haben und andererseits mit dem Gedanken spielen, den Kredit – vor dem regulären Laufzeitende – zu tilgen.

Zusätzliche Kosten und Gebühren

Sie haben ein Kreditangebot mit einem günstigen Zinssatz gefunden? Beachten Sie in weiterer Folge aber auch mögliche Nebenkosten, Bearbeitungs- oder auch Vermittlungsgebühren. Es sind vor allem die Nebenkosten, die einen Kredit teuer werden lassen. Somit sollten Sie auf die “Gesamtbelastung nach dem Kreditende” achten. In dieser Position finden Sie im Regelfall die Gesamtbelastung; hier sind auch etwaige Nebenkosten und Gebühren enthalten, die oftmals für böse Überraschungen sorgen können. Lassen Sie sich also nicht nur von günstigen Zinsen täuschen; oftmals sind Kredite nicht aufgrund ihres Zinssatzes teuer, sondern wegen ihren zusätzlichen Gebühren. Kreditvergleiche zeigen immer, dass Kredite, die einen höheren Zinssatz haben, in vielen Fällen dennoch günstiger als jene Finanzierungen sind, die mit einem scheinbar niedrigen Zinssatz angeboten werden.

Sonderzahlungen

Sonderzahlungen oder vorzeitige Tilgungen sind nur dann sinnvoll, wenn das Kreditkapital getilgt wird. Kredite, die mit einem Festzinssatz versehen sind, können zwar unter bestimmten Umständen mit Sonderzahlungen bedient werden, wobei Sie hier auch die anfallenden Zinsen bezahlen müssen. Sie haben somit keinen finanziellen Vorteil.

Der Zinsvorteil

Natürlich besteht auch die Chance, dass Sie einen Zinsvorteil erhalten. Etwa dann, wenn ein zweiter Kreditnehmer gemeldet wird; das kann der Ehepartner oder auch ein anderes Familienmitglied sein. Die einzige Voraussetzung? Der zweite Kreditnehmer muss im selben Haushalt gemeldet sein – also mit Ihnen unter einem Dach wohnen.

Kündigung des bestehenden Kredits als Alternative

Sie haben einen Kreditvertrag unterschrieben und stellen nach wenigen Monaten fest, dass Sie unzufrieden sind? Sie können den Kredit natürlich auch kündigen. Die Mindestlaufzeit beträgt sechs Monate. Nach dieser Zeit können Sie – unter Berücksichtigung einer dreimonatigen Frist – den Kreditvertrag kündigen. Handelt es sich um einen Vertrag, der nach dem 11. Juni 2010 abgeschlossen wurde, ist eine einmonatige Kündigungsfrist zu berücksichtigen. Haben Sie einen Vertrag unterfertigt, wobei die Restlaufzeit kürzer als ein Jahr ist, darf die Bank eine maximale Vorfälligkeitsentschädigung von 0,5 Prozent in Rechnung stellen. In den anderen Fällen liegt die Höchstgrenze von 1,0 Prozent.

 

Bürgschaften und weitere Sicherheiten

Kreditversicherung notwendig?Junge Menschen, die in vielen Fällen oft noch als Berufseinsteiger eingestuft werden, haben kaum die Chance, einen Kredit mit günstigen Konditionen zu bekommen. Sie kennen das Problem? Versuchen Sie es mit beleihbaren Sicherheiten – etwa einer Kapitallebensversicherung. Kapitallebensversicherungen können Sie auch standardisiert abtreten, sodass es zu einer automatischen Zinsverringerung kommt. Auch Bürgschaften stellen eine Alternative dar.

Melden Sie einen solventen Bürgen, bekommt die Bank eine weitere Sicherheit präsentiert. Kommen Sie nämlich nicht mehr der Zahlungspflicht nach, springt der Bürge für Sie ein – er muss in weiterer Folge die monatlichen Raten bezahlen. Zu beachten ist, dass der Bürge zwar eine Sicherheit für die Bank darstellt, jedoch – vor allem heutzutage – kaum noch Menschen bereit sind, als sogenannte “Sicherheit” zu fungieren. Schlussendlich haftet der Bürge mit seinem Privatvermögen, wenn der Kreditnehmer seine monatlichen Raten nicht mehr bezahlt.

Ist eine Kreditversicherung erforderlich?

Viele Banken gewähren Kreditanträge nur dann, wenn Sie eine Kreditversicherung verkaufen können. Nicht nur, dass solche Angebote unseriös sind, ist die Kreditversicherung am Ende ein extrem teures Verfahren. Derartige Kredite, die nur in Verbindung mit einer Kreditversicherung zu bekommen sind, sollten im Vorfeld abgelehnt werden.

Auch wenn die Bank von einer Restschuldversicherung spricht, handelt es sich am Ende um dieselbe Versicherung; das Scoring, um bessere Konditionen zu erhalten, weil die persönliche Kreditwürdigkeit steigt, wird durch derartige Versicherungen keinesfalls verbessert.

Haben Sie jedoch keine andere Möglichkeit oder sind von dem Kreditangebot derart begeistert, dass Sie sich für eine Restschuldversicherung entscheiden, sollten Sie auf den effektiven Jahreszinssatz achten.

Die Kosten, die für die Restschuldversicherung anfallen, müssen nämlich in die Position effektiver Jahreszinssatz einfließen. Sie sollten auch im Vorfeld prüfen, wie lange Sie von den Versicherungsleistungen ausgeschlossen werden (sogenannte Karenzzeit) und welche Ereignisse sogenannte Leistungsfälle darstellen. In vielen Tarifen wird nämlich nur eine Mindestzeit für Arbeitslosigkeit oder Arbeitsunfähigkeit definiert

Gut zu wissen
Es gibt jedoch auch Alternativen: Möchten Sie keine Restschuldversicherung abschließen, haben aber eine Arbeitsunfähigkeits- oder Risikolebensversicherung, können Sie jene Versicherungen vorlegen und der Bank abtreten. Die Bank muss derartige Versicherungen als Alternative akzeptieren.

 

Der Verwendungszweck kann den Zinssatz beeinflussen

Zahlreiche Kreditangebote sind an einen Verwendungszweck gebunden. Das bedeutet, dass das Geld nur für einen bestimmten Zweck verwendet werden darf. Banken titulieren derartige Kredite als “Modernisierungs”- oder auch “Autokredite”. Möchten Sie ein neues Auto kaufen, sollten Sie sich daher für einen Autokredit entscheiden. Wollen Sie hingegen Ihr Haus oder Ihre Wohnung modernisieren, ist ein Sanierungs- oder Modernisierungskredit empfehlenswert. Als Sicherheiten werden Dokumente des Haus- oder Grundbesitzes oder auch die Zulassungsbescheinigung Teil II verlangt. Der Verwendungszweck hat aber auch den Vorteil, dass bessere Konditionen gewährt werden.

Die Bank erfährt, für welche Projekte Sie das Geld verwenden und genießt zudem – so etwa Dokumente über das Haus oder die Zulassungsbescheinigung Teil II – weitere Sicherheiten. Möchten Sie aber frei über das Geld verfügen, da Sie mehrere Projekte realisieren möchten, sollten Sie sich für einen Kredit ohne Verwendungszweck entscheiden. Kredite ohne Verwendungszweck sind etwa für Urlaube oder auch zur Sanierung des eigenen Budgetlochs von Vorteil. Entscheiden Sie sich für einen klassischen Ratenkredit, wird natürlich auch die Verwertung des Einkommens diskutiert werden. Dabei wird die Einkommensverwertung auch im Vertrag festgehalten. Hier gelten jedoch sogenannte Pfändungsschutzgrenzen; die Bank darf also erst mit der Pfändung beginnen, wenn ein gewisses Mindestnettoeinkommen vorliegt.

Natürlich unterscheidet die Bank auch zwischen den verschiedenen Personengruppen. So gibt es für unbefristete Arbeitnehmer, Beamte und auch Pensionäre, da hier eine sichere Einkommenssituation gegeben ist, bessere Konditionen. Gehören Sie zu einer der oben erwähnten Personengruppen, zählen Sie automatisch zu den bevorzugten Kunden. Freiberufler oder Selbstständige sind hingegen – aufgrund der unsicheren Einkommenssituation – “klassische Problemfälle”. Diese Personengruppe fallen immer wieder durch den Raster; sie müssen im Regelfall zusätzliche Sicherheiten stellen, einen Bürgen melden oder mehrjährige Einkommensnachweise vorlegen. Am Ende müssen Sie zudem auch noch schlechtere Konditionen akzeptieren.

Tipp: Bessere Konditionen dank Familienmitgliedern

Mitunter besteht auch die Möglichkeit, dass Sie günstigere Konditionen erhalten, wenn Sie den Kredit über Familienmitglieder sichern. Ein Kredit, der von einer Privatperson zur Verfügung gestellt wird, kann wie ein gewöhnlicher Ratenkredit vereinbart werden. Auch hier gibt es Sicherheiten und Pflichten, die von Seiten des Kreditnehmers vorgewiesen und eingehalten werden müssen. Auch dann, wenn vielleicht nur ein Teil der erforderlichen Summe über eine Privatperson finanziert wird, kann sich die Gesamtbelastung bereits reduzieren. Der Privatkredit stellt vor allem auch für Freiberufler und Selbstständige eine Alternative dar, wenn die Bank mitunter keine Finanzierung gewährt.

Auch Verbraucher, die mitunter einen negativen SCHUFA-Eintrag haben und keinen Kredit mehr erhalten, können – im Rahmen des Privatkredits – ihre wirtschaftliche Situation verbessern. Zu beachten ist jedoch, dass, auch dann, wenn der Kredit von einem engen Familienmitglied gewährt wird, ein Kreditvertrag aufgesetzt wird, den Kreditnehmer und auch Kreditgeber unterfertigen. In dem Vertrag sollten sich Angaben über die Kredithöhe, die Laufzeit und auch die monatlichen Rückzahlungen finden. Kommt es zu Streitigkeiten, kann der Vertrag auch als Beweis vor dem Gericht eingebracht werden.

 

Der Kreditvergleich – Schritt für Schritt zum Kredit

Beginnen Sie zuerst mit der Erstellung einer Haushaltsrechnung

Bevor Sie sich für einen Kredit interessieren, sollten Sie natürlich auch die eigenen finanziellen Verhältnisse klären. Erstellen Sie dafür eine Haushaltsrechnung. Die Haushaltsrechnung soll Ihnen bei der Klärung der Frage helfen, welche Kreditsumme Sie einerseits aufnehmen können und welche monatliche Ratenhöhe überhaupt bezahlt werden kann. Listen Sie zunächst alle monatlichen Belastungen – die Fixausgaben – auf.

Des Weiteren listen Sie das monatliche Einkommen auf und beginnen Sie die Ausgaben von den Einnahmen zu subtrahieren. Am Ende erhalten Sie einen Überblick, welche Summe am Monatsende noch zur Verfügung steht. Derartige Haushaltsrechnungen werden auch gerne von Banken verlangt. Zu beachten ist, dass – wenn die Haushaltsrechnung der Bank vorgelegt wird – realistische Zahlen verwendet werden; versuchen Sie die Situation zu beschönigen, werden Sie mitunter als nicht vertrauenswürdig eingestuft, sodass der Kreditantrag abgelehnt wird.

Ihre Ein- und Ausgaben

Nehmen Sie die Kontoauszüge der letzten vier bis neun Monate zur Hand. Markieren Sie in weiterer Folge Ihre regelmäßigen und auch die unregelmäßigen Ein- und auch Ausgaben. Vor allem sollten Sie auf Abbuchungen wie Versicherungen oder auch Altersvorsorgeprodukte Acht geben. Beziehen Sie Kindergeld, sollten Sie diese Summe ebenfalls hinzurechnen. Nutzen Sie Online-Banking, können Sie die Ausgaben und Einnahmen auch sortieren oder mitunter dahingehend aufschlüsseln, damit Sie einen Überblick bekommen, welche Summen in den letzten Monaten aus- und eingenommen wurden.

Bestehende Verbindlichkeiten

Haben Sie bereits einen Kredit und müssen diesen mit monatlichen Raten bedienen? Geben Sie nicht nur die monatliche Ratenhöhe an, sondern verweisen Sie auch auf die Laufzeit – also wie lange Sie den Kredit noch bedienen müssen. Dasselbe gilt auch für etwaige Leasingverträge. Haben Sie bereits Sonderzahlungen geleistet, sollten Sie diese Summen ebenfalls anführen.

Miete und sonstige Kosten

Müssen Sie davon ausgehen, dass die Miete im nächsten Jahr teurer wird? Ist ein Umzug geplant? Sind irgendwelche Reparaturen vorgesehen? Gibt es Projekte, die Zusatzkosten verursachen? Bedenken Sie alle möglichen Kosten, die in den nächsten Monaten (oder auch Jahren) anfallen können. Hier sollten Sie auch etwaige Urlaube oder finanzielle Ausgaben für Schulsachen berücksichtigen.

 

Vom Kreditvergleich bis zur Auszahlung

Ermitteln Sie das Kreditvolumen

Mittels Kreditrechnern können Sie die Kosten der unterschiedlichen Kreditsummen und Laufzeiten ermitteln und in weiterer Folge miteinander vergleichen. Achten Sie bei der Höhe der Kreditsumme auf den Umstand, dass damit alle anstehenden Kosten gedeckt werden. Sehr wohl können, wenn Sie sich etwa für einen Autokredit entscheiden, auch noch Kosten für Winter- oder Sommerreifen entstehen, die vielleicht nicht dem Eigenkapital, sondern ebenfalls mit dem Kredit beglichen werden sollen. Die Regel, dass 10 oder 20 Prozent der beantragten Kreditsumme als Eigenmittel bereitgestellt werden müssen, ist nicht mehr aktuell. Heutzutage gibt es auch sogenannte Vollfinanzierungen; bei derartigen Finanzierungen ist kein Eigenmittelanteil erforderlich.

Die Haushaltsrechnung

Sie haben bereits eine Haushaltsrechnung erstellt und wissen, wie hoch Ihre monatlichen Einnahmen und Ausgaben sind? Jetzt stellt sich die Frage, welche Kredithöhe Sie sich leisten können. Bedenken Sie, dass die Belastung maximal 1/3 des verbleibenden Nettoeinkommens betragen darf. Das bedeutet: Sind alle Fixkosten abgezogen, darf die monatliche Rate maximal 1/3 des Einkommens betragen. Übersteigt die monatliche Rate den Richtwert, kann (oder wird) die Bank den Antrag ablehnen oder mitunter die gewünschte Kredithöhe dahingehend reduzieren, dass nur ein 1/3 des am Monatsende zur Verfügung stehenden Einkommens belastet wird.

Der Kreditvergleich

Möchten Sie einen Kreditvergleich durchführen, müssen Sie zu Beginn alle relevanten Daten angeben: Dazu gehören die Kredithöhe, die gewünschte Laufzeit und mitunter auch der Verwendungszweck. Im Internet stehen verschiedene Kreditvergleichsplattformen zur Verfügung, die – binnen kürzester Zeit – den perfekten Überblick verschaffen. Haben Sie alle wesentlichen Daten eingetragen und die ersten Angebote erhalten, sollten Sie in weiterer Folge auf die Konditionen achten. Zu den Pluspunkten gehören Ratenpausen oder Sondertilgungen; hier bleiben Sie flexibel und können auf unvorhergesehene Ereignisse reagieren.

Der Kreditantrag

Sie haben das perfekte Angebot gefunden? Stellen Sie den Antrag! Sie müssen weitere Angaben – etwa über Ihre persönlichen Daten (oder auch über den zweiten Kreditnehmer) – eintragen und mitunter eine Haushaltsrechnung oder – je nach Bank – unterschiedliche Dokumente beifügen. Die Daten werden, in Kombination mit der SCHUFA-Abfrage, an die Bank übermittelt, die in weiterer Folge die Daten bearbeitet, überprüft und zum Ergebnis kommt, ob dem Antrag zugestimmt werden kann oder nicht.

Die Verifizierung (PostIdent-Verfahren)

Damit sich die Bank sicher ist, dass auch tatsächlich Sie den Kreditantrag gestellt haben, müssen Sie sich identifizieren lassen. Für dieses Vorhaben gehen Sie in die nächste Filiale der Deutschen Post. Legen Sie ein amtliches Ausweisdokument vor (Reisepass mit einer Meldebescheinigung oder einen Personalausweis); der Mitarbeiter wird in weiterer Folge die Identifikation durchführen. Die Bestätigung, dass Sie die Person sind, für die Sie sich ausgeben, wird an die Bank übermittelt. Das PostIdent-Verfahren ist kostenlos.

Die Kreditauszahlung

Wurden alle Fragen geklärt und alle Modalitäten erledigt, wird die Bank in weiterer Folge ein Kreditkonto einrichten und eine Auszahlung beantragen. Der Vorgang kann, je nach Bank, bis zu sieben Werktage in Anspruch nehmen. Die Bank überweist die beantragte Kreditsumme auf das angegebene Girokonto.

Achten Sie auf Ihre Unterlagen

Zwei häufige Gründe, warum die Bank den Kreditantrag ablehnen kann: Einerseits, weil Sie nicht alle Unterlagen eingereicht haben, andererseits, weil eine fehlende Legitimation vorliegt. Sie sollten daher besonders Acht geben, dass alle Unterlagen, die von der Bank verlangt werden, auch übermittelt werden!

 

Die Risiken und wie Sie sich absichern

Entscheiden Sie sich für einen Kredit, gehen Sie auch ein Risiko ein. Auch wenn die Ratenhöhe zu Beginn problemlos bezahlt werden kann, können unvorhergesehene Ereignisse, wie etwa Jobverlust oder Krankheit, zu finanziellen Engpässen führen. Sie sollten sich diesen Risiken – bevor Sie sich für einen Kredit entscheiden – sehr wohl bewusst sein!

Sie möchten einen Kredit, wissen aber, dass Sie einen negativen SCHUFA-Eintrag haben? Der negative SCHUFA-Eintrag ist – im Regelfall – für alle Banken ein Grund, den Kreditantrag nicht zu gewähren. Es gibt aber auch Banken, die auf eine SCHUFA-Auskunft verzichten. Das bedeutet aber nicht, dass Sie keinen Kreditvergleich durchführen sollen. Denn auch wenn Sie eine geringe Auswahl zur Verfügung haben, bedeutet das nicht automatisch, dass Sie das erstbeste Angebot akzeptieren müssen.

Vermeiden Sie jedoch sogenannte “Kredithaie”, die Ihnen – ganz egal, wie es um Ihre finanzielle Situation steht – einen Kredit anbieten. Derartige Unternehmen agieren unseriös und haben zudem übertrieben hohe Gebühren, die Ihnen in Rechnung gestellt werden. Sind Sie unsicher, ob es sich bei dem Anbieter um ein seriöses Unternehmen handelt, können Sie im Internet nach Erfahrungen suchen und mitunter überprüfen, ob andere Kunden bereits negative Erfahrungen machen mussten. Auch wenn es “schwarze Schafe” gibt, heißt das aber nicht, dass Anbieter, die auf eine SCHUFA-Auskunft verzichten, automatisch unseriös sind. Im Regelfall müssen Sie Ihre finanzielle Situation offenlegen; der Anbieter überprüft die Ist-Situation und entscheidet – aufgrund der aktuellen Lage – ob Sie einen Kredit erhalten oder nicht. Zu beachten ist, dass schufafreie Kredite jedoch höhere Konditionen aufweisen.

Tipp: Der Peer-to-Peer-Kredit

Der Peer-to-Peer-Kredit stellt eine Besonderheit des Online-Kredits dar. Im Rahmen des Peer-to-Peer-Kredits ist nämlich der Kreditgeber nicht die Bank, sondern eine Privatperson. Derartige Kredite werden über Plattformen vermittelt, wobei hier unterschiedliche Geschäftsbedingungen und auch unterschiedliche Schutzmechanismen vorhanden sind. Lehnen Sie Peer-to-Peer-Kredite nicht ab, sollten Sie – im Rahmen des Kreditvergleichs – auch diese Kreditvariante in Betracht ziehen.

 

Was bedeutet das Wort Kredit?

In der Finanzbranche ist der Kredit ein Sammelbegriff für jegliche Sach- und Geldleihen. Im Wesentlichen wird zwischen einem Privat- und einem Bankkredit unterschieden. Der Privatkredit unterscheidet sich aber vom “Kredit von privat”. Auch wenn umgangssprachlich beide Begriffsdefinitionen gleichgesetzt werden, gibt es einen eklatanten Unterschied: Der Privatkredit weist auf den Kreditnehmer hin (er ist eine Privatperson), der “Kredit von privat” bezieht sich jedoch auf den Kreditgeber (der Kredit wird von einer Privatperson und von keiner Bank zur Verfügung gestellt).

Welche Aspekte sind bei einem Kredit zu berücksichtigen?
Der Kredit wird anhand nachstehender Aspekte unterschieden:

  • Höhe: Die Summe hat einen Einfluss für die Bezeichnungen Klein-, Mittel- oder Großkredit; bei Ratenkrediten handelt es sich im oftmals um Klein- oder Mittelkredite
  • Laufzeit: Entscheidet sich der Kreditnehmer für eine Laufzeit von maximal sechs Monaten, ist die Rede von einem kurzfristigen Kredit. Übersteigt die Laufzeit vier Jahre, handelt es sich um eine langfristige Finanzierung
  • Verwendungszweck: Wird der Kredit für einen Urlaub angeschafft, handelt es sich um einen sogenannten Konsumkredit; der Zwischenkredit, der im Rahmen einer Baufinanzierung aufgenommen wird, gilt hingegen nur einer Überbrückung
  • Besicherung: Handelt es sich um einen Personalkredit, entscheidet die Bonität des Kunden, ob die Bank dem Kreditantrag zustimmt. Bei Sachkrediten sind es vorwiegend Sach- oder Vermögenswerte
  • Kreditgeber: Wird der Kredit von einer Bank, vom Arbeitgeber, vom Staat oder von einer Privatperson zur Verfügung gestellt?
  • Kreditnehmer: Wird die Finanzierung von einer Privatperson, einem Geschäftskunden, einer Bank oder vom Staat aufgenommen?
Welche Arten des Privatkredits gibt es?
Kredite werden in unterschiedlichen Formen gewährt. Am Ende entscheiden jedoch der Verwendungszweck, die Laufzeit und die persönlichen Ansprüche, welcher Kredit die sinnvollste Variante darstellt. Zu den bekanntesten und wichtigsten Privatkrediten gehören:

  • Dispositionskredit: Auch als Dispo bekannt, stellt diese Art der Finanzierung einen Überziehungskredit – im Regelfall für das Girokonto – dar; der Dispokredit eignet sich für niedrige Beträge und kurze Laufzeiten, ist aber – aufgrund der hohen Zinsen – ein ausgesprochen teurer Kredit
  • Ratenkredit: Diese Finanzierungsform wird auch als Konsumentenkredit bezeichnet, da Ratenkredite vorwiegend für die Anschaffung diverser Konsumgüter abgeschlossen wird. Der Ratenkredit wird verzinst und über monatlichen Rückzahlungen getilgt
  • Rahmenkredit: Der Abruf- oder Rahmenkredit ermöglicht dem Kunden, dass er eine bestimmte Geldsumme – je nach Bedarf – leihen und zurückbezahlen kann; wie der Name schon sagt, wird ein sogenannter Geldrahmen angelegt, dem der Kreditnehmer zur Verfügung steht
  • Wertpapierkredit: Wird das Depot beliehen, können neue Aktien erworben oder bei Anbietern auch zweckgebunden verwendet werden; ein – im Vergleich mit anderen Finanzierungsarten – relativ günstiger Kredit
  • Policendarlehen: Hier werden die Lebens- oder Rentenversicherungen beliehen; es handelt sich um einen günstigen und recht flexiblen Kredit, der sich aber, wenn keine Tilgung erfolgt, negativ auf die Altersvorsorge des Kreditnehmer auswirken kann
  • Baufinanzierung: Dabei handelt es sich um einen langfristigen Kredit, der den Kauf oder Bau einer Immobilie ermöglicht; die Baufinanzierung setzt sich aus mehreren Bestandteilen – wie etwa einem Sachkredit oder einem Bauspardarlehen – zusammen

Fragen und Antworten

Welche Unterlagen werden für den Kreditantrag benötigt?
Das Einkommen muss anhand der letzten drei Lohn- oder Gehaltsbescheinigungen nachgewiesen werden. Mitunter kann die Bank Kontoauszüge verlangen, welche einen Einblick in die privaten Ein- und Ausgaben des Kreditnehmers bieten. Haushaltsrechnungen dienen zwar im Regelfall der Selbstauskunft, müssen aber – wenn die Bank es für notwendig erachtet – vorgelegt werden.

Bei Selbstständigen wird die BWA – die betriebswirtschaftliche Auswertung – verlangt. Mitunter sind auch beleihbare Versicherungen oder zusätzliche Sicherheiten erforderlich. Für Rentner gilt lediglich eine Altersgrenze (zwischen 65 und 75 Jahren).

Wie kann der Kreditnehmer ein Angebot bewerten?
Ob “der beste Kredit für jeden Verwendungszweck” oder auch “risikofreie Finanzierungen” – allseits bekannte Werbeaussagen, wobei die Versprechen nur für bestimmte Personengruppe eingehalten werden können. Kredite, die einen Verwendungszweck haben, sind günstiger. Die Waren – also die Immobilie oder das Auto – sind nämlich auch gleichzeitig die Sicherheit. Der klassische Ratenkredit ist nicht zweckgebunden und somit auch nicht besichert; der Kreditnehmer muss der Bank jedoch seine Gehalts- und Lohnansprüche abtreten. Möchte der Kreditnehmer seinen Kredit vor dem Laufzeitende tilgen, müssen Sondertilgungen möglich sein; zudem sollten etwaige Nebenkosten berücksichtigt werden. Die anfallenden Nebenkosten finden sich in den Produktinformationsblättern der Bank.
Können Arbeitslose einen Kredit beantragen?
Arbeitslose werden zwar nicht von einer Kreditvergabe ausgeschlossen, benötigen jedoch in vielen Fällen einen Mitantragsteller, der über ein pfändbares Einkommen verfügen muss. 2015 lag die pfändbare Grenze für Schuldner ohne Unterhaltsverpflichtungen bei monatlich 1.045,04 Euro. Liegt eine Unterhaltsverpflichtung vor, steigt der Wert – bei einem Unterhaltspflichtigen – um 393,30 Euro; für jede weitere Unterhaltspflicht werden 219,12 Euro addiert.
Was ist ein Kredit ohne Zinsen?
Derartige Kredite werden von Autohändlern oder Warenhäusern gewährt. Dabei setzen die Unternehmen auf einen verstärkten Absatz bestimmter Produkte; derartige Angebote werden im Regelfall an Zeiträume geknüpft. Für den Kreditnehmer entstehen tatsächlich keine Zusatzkosten, jedoch muss der Händler seiner Bank eine sogenannte Ausfallversicherung geben und bezahlt dafür einen internen Zins. Die Kosten werden aber nicht vom Händler persönlich übernommen, sondern auf den Kaufpreis aufgeschlagen.
Was ist der sogenannte Zwei-Drittel-Zins?
Der § 6 PAngV schreibt den Banken vor, einen effektiven Jahreszinssatz angeben zu müssen, der auch mindestens 2/3 aller Kunden gewährt wird. Das bedeutet aber nicht, dass der Kunde auch tatsächlich den angebotenen Zinssatz erhält; ratsam ist, dass im Vorfeld die unterschiedlichen Angebote verglichen werden.
Hat der Vergleich Auswirkungen auf die Schufa?
Die Schufa speichert lediglich die Zahlungserfahrungen von Versandhändlern, Banken oder auch Telekommunikationsunternehmen. Der Scorewert wird, je nach Branche, unterschiedlich berechnet; am Ende kommt es zur statistischen Darbietung, ob eine Ausfallwahrscheinlichkeit möglich oder beinahe unrealistisch ist.
Hat der Kreditnehmer mehrere Finanzierungen, die jedoch ordnungsgemäß bedient wurden, steigert das automatisch den Wert. Kreditkündigungen, Pfändungen oder Insolvenzverfahren führen zu negativen Werten.
Beim Kreditvergleich wird jedoch nur eine neutrale Frage nach den Konditionen gestellt. Erst dann, wenn der Kreditvertrag tatsächlich unterfertigt wurde, kommt es zum Schufa-Eintrag, der sich auf den Scorewert auswirkt.
Welche Arten von Kreditgebern gibt es?
Die klassische Anlaufstelle ist die Bank. Dennoch kann ein Nachbar ein Sachdarlehen (wenn er mit fehlenden Zutaten aushilft) oder der Online-Händler einen sogenannten Lieferantenkredit anbieten (die Ware wird ohne Vorkasse versendet). Ratenkredite werden hingegen auch von Autohändlern, Möbelhäusern oder Verkäufern teurer Waren gewährt.
Gibt es einen Unterschied zwischen einer Kredit- oder Konditionsanfrage?
Möchte der Kreditnehmer lediglich die Konditionen eines Kredits erfragen, ohne, dass er ein konkretes Angebot möchte, handelt es sich um eine Konditionsanfrage. Die Anfrage wird in der Schufa gespeichert, ist aber lediglich für den Verbraucher sichtbar. Holt der Kreditnehmer jedoch ein Angebot ein, wird in der Schufa die Kreditanfrage verbucht. Der Eintrag bleibt für ein Jahr gespeichert, ist für andere Institute aber nur für zehn Tage sichtbar.
Auf wie viele Jahre sollte sich der Kreditnehmer binden?
Entscheidet sich der Verbraucher für einen Ratenkredit, kann er – basierend auf den persönlichen Verhältnissen und dem Verwendungszweck – eine individuelle Laufzeit vereinbaren. Kürzere Laufzeiten sind empfehlenswert; auch wenn die monatlichen Raten höher sind, muss der Verbraucher eine geringere Gesamtkostenlast tragen. Im Regelfall liegt die Laufzeit bei Ratenkrediten zwischen 12 und 72 Monaten. Zu beachten ist, dass die Laufzeit keinesfalls die Nutzungsdauer des gekauften Produkts übersteigt.
Was unterschiedet den Nominal- vom Effektivzins?
Als Nominalzins versteht man die Höhe Verzinsung des Kredits; der Nominalzins dient auch zur Berechnung der Zinsrate. Handelt es sich um einen vereinbarten Fixzins, bleibt dieser – von der ersten bis zur letzten Rate – unverändert.

Der Effektivzins basiert auf preisbestimmenden Faktoren. So setzt sich der Effektivzins aus Nominalzinssatz, Bearbeitungsgebühren, Tilgungssatz und den Zins- und Tilgungsverrechnungsterminen zusammen. Die Faktoren werden auf die vereinbarte Zinsfestschreibungszeit aufgeteilt. Der Effektivzins stellt daher die jährlichen Gesamtkosten der Finanzierung dar.

Welche Kosten müssen vom Kreditnehmer getragen werden?
Entscheidet sich der Verbraucher für einen Ratenkredit, muss er die Kosten für die Zinsen bezahlen. Keine Kosten entstehen für Vermittlungsgebühren, Negativerklärungen, Kontoführungsgebühren, Nachnahmegebühren für Kreditunterlagen, Kosten für Auslagenersatz oder Abschlussgebühren. In § 4 Abs. 1 des Verbraucherkreditgesetzes wird festgehalten, dass die anfallenden Kosten im Kreditvertrag angeführt werden müssen.
Wie kann der Kredit gekündigt werden?
Der Kreditnehmer hat das Recht auf eine vorzeitige Tilgung; das Recht hat er auch dann, wenn er – bei einer anderen Bank – ein günstigeres Angebot abschließt. Besteht eine Zinsfestschreibungszeit (Darlehenslaufzeit), kann der Kreditnehmer – auf Grundlage der gesetzlichen Regelungen – frühestens nach drei Monaten kündigen; er muss jedoch die dreimonatige Kündigungsfrist einhalten und die noch offene Restschuld begleichen. Banken gewähren jedoch auch Sonderzahlungen, die während der Laufzeit getätigt werden können. Sondertilgungen verkürzen entweder die Laufzeit oder mindern die monatliche Rate.
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