Beim Ratenkauf wird sie angefragt und auch beim Abschluss von Internet– oder Handy-Verträgen ist sie ein wichtiger Faktor: Die Schufa. Doch was ist sie eigentlich genau und welche Aufgaben erfüllt sie?

Inhaltsverzeichnis

Das macht die Schufa

Vereinfacht gesagt, ist die Schufa ein Auskunftgeber über die Kreditwürdigkeit von Privatpersonen. Die Auskunftei prüft das Zahlungsverhalten einer Person und erstellt anhand dessen eine Prognose über die Bonität. Rund 65 Millionen Bundesbürger hat die „Schutzgemeinschaft für allgemeine Sicherung“ auf diese Weise erfasst und mit Informationen zur Kreditwürdigkeit ergänzt. Genutzt werden die rund 600 Millionen Daten täglich für mehr als 270.000 Anfragen von Banken, Telekommunikationsunternehmen und Privatpersonen. Doch welche Daten sammelt die Schufa eigentlich genau?



Diese Daten speichert die Schufa

Die Schufa speichert in erster Linie persönliche Angaben wie Name, Geburtsdatum und Geschlecht einer Person. Darüber hinaus werden folgende Informationen gespeichert:

– Zahl der eröffneten Konten
– Laufende Verträge
– Offene Forderungen
– Insolvenzverfahren

Nicht gespeichert werden Daten zu Einkommen, Job und persönlicher Situation einer Person. Auch oben genannte Informationen sind nur in der Schufa gespeichert, wenn sie von einer Bank oder einem anderen Institut an die Schufa gemeldet wurden. Meist bleiben sie dann für drei Jahre gespeichert, eine Privatinsolvenz unter Umständen vier und mehr Jahre. Je nachdem, wie viele und welche Daten vorliegen, errechnet sich dann der sogenannte Schufa-Score.

Woher bekommt die Schufa ihre Daten?

Bei Abschluss von Finanzprodukten findet sich in den Formularen meist die sogenannte SCHUFA-Klausel, welche das Einverständnis einer Weitergabe Ihrer Daten beinhaltet. Zudem übermitteln die mit ihr zusammenarbeitenden Unternehmen selbstständig Informationen über relevante Vertragsverläufe ihrer Kunden (positiv wie negativ). Des Weiteren sammelt die Schufa Daten aus Schuldnerverzeichnissen, während die Verwendung von Angaben aus sozialen Netzwerken von ihr verneint wird.

Welche Daten werden erfasst?

Die Schufa erfasst allgemeine persönliche Daten wie Namen, Geschlecht, das Geburtsdatum und -ort sowie aktuelle und ehemalige Anschriften. Darüberhinaus wird zwischen Positiv- und Negativmerkmale unterschieden:- Positivvermerke sind Girokonten und Kundenkonten des Handels, Telekommunikations-, Kredit- und Leasingverträge. Auch die Ausgabe einer Kreditkarte wird positiv dokumentiert.
– Negativvermerke entstehen bei offenen Forderungen, Privatinsolvenzen, eidesstattlichen Versicherungen und damit zusammenhängenden Haftbefehlen. Zusätzlich wirken sich der Missbrauch von Konten und Forderungen nach Gerichtsentscheiden negativ aus.Nicht erfasst werden, entgegen der landläufigen Meinung, der Beruf und Erwerbsstatus, das Einkommen und sämtliche Vermögensverhältnisse sowie der Familienstand.

So berechnet sich der Schufa-Score

Der Schufa-Score ist der Wert, der die Kreditwürdigkeit einer Person angibt. Er kann von 0 bis 1000 reichen, wobei 0 für ein extrem schlechtes Zahlungsverhalten steht und 1000 für eine ideale Bonität. Zu beachten: Ein schlechter Wert kann auch durch einen Umzug oder fehlende Daten zustande kommen und ist deshalb nicht immer aussagekräftig. Wer seinen eigenen Schufa-Score erfragen möchte, kann dies bei der zuständigen Stelle einmal im Jahr kostenlos tun; danach kostet die Schufa-Anfrage 18,50 Euro.

Kontaktdaten der SCHUFA

SCHUFA Holding AG
Kormoranweg 5
65201 Wiesbaden
Tel.: +49 (0) 611 – 9278-0
Fax: +49 (0) 611 – 9278-109
kontakt[at]schufa.de
www.schufa.de

Die Schufa, kurz für „Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung“, sieht sich als Vertrauensvermittler zwischen Privatkunden und Unternehmen. Sie verwaltet als führende Auskunftei Bonitätsdaten von über 60 Millionen Privatpersonen und vier Millionen Unternehmen, was nach eigener Auskunft Transparenz in Geschäftsbeziehungen schafft.

Schufa Auskunft beantragen

Schufa-Auskunft – Schufa einsehen und Kontrolle behalten

Die Schufa führt als private Wirtschaftsauskunftei eine umfangreiche Datenbank über die meisten aller geschäftsfähigen Bürger. Abgesehen von den persönlichen Kontaktdaten wie Zu- und Vorname, Alter, Geburtsort, Geschlecht und aktuellem Wohnsitz, sowie von Eintragungen in Verzeichnisse, die ohnehin öffentlich einsehbar sind, wird alles andere ausschließlich mit Zustimmung des Betroffenen in die Schufa-Datenbank, in seine persönliche Schufa eingetragen. Die Zustimmung ist schriftlich notwendig. Sie wird durch das Unterzeichnen der Schufa-Klausel oder online durch einen Mausklick gegeben. Dazu ist der Verbraucher nicht gezwungen, indirekt aber doch genötigt; denn ohne diese Zustimmung geht es buchstäblich nicht weiter. Das Beratungs-/Verhandlungsgespräch ist beendet, und die Antragsbearbeitung im Internet kann nicht fortgesetzt werden. Das heißt auf einen Nenner gebracht, dass in der heutigen Zeit Verträge über Ratenzahlungen oder solche, bei denen der Unternehmer mit seiner Leistung in Vorlage tritt, ohne Schufa gar nicht erst zustande kommen, und dass sie allesamt in die Schufa eingetragen werden.

§ 34 BDSG – Grundlage zur Einsicht in die eigene Schufa – kostenlose  Schufa-Auskunft

Rechtsgrundlage für Datenspeicherung und Datensicherung ist das BDSG, das Bundesdatenschutzgesetz. Darin sind auch die Rechte des Verbrauchers für den Schutz seiner persönlichen Daten geregelt. Daran müssen sich gewerbliche Wirtschaftsauskunfteien wie die Schufa halten, und das tun sie auch. Sie riskieren in dem Sinne keinen Gesetzesverstoß. Nach § 34 Absatz 4 BDSG hat die Schufa die Pflicht, dem Bürger einmal jährlich eine kostenlose Selbstauskunft zu erteilen. Umgekehrt ergibt sich daraus das Verbraucherrecht auf die einmal jährliche kostenlose Selbstauskunft. Das ist jedoch kein Automatismus, sondern muss beantragt werden. Zur Legitimation ist dem schriftlichen Antrag eine beidseitige Kopie des Personalausweises beizufügen. Die Bearbeitungsfrist dauert erfahrungsgemäß mehrere Wochen. Die Schufa bezeichnet diese kostenlose Selbstauskunft auf ihrer Website als „Datenübersicht nach § 34 BDSG“. Das Antragsformular für den schriftlichen Antrag lässt sich hier downloaden: Kostenlose-Schufa-Auskunft-Antrag. In dieser Datenübersicht als Selbstauskunft sind alle Informationen aufgeführt, die bei der Schufa über den Antragsteller gespeichert sind. Er wird auch darüber informiert, woher diese stammen und an wen sie weitergeleitet wurden.

Kostenpflichtige Schufa-Auskunft

Eine weitere, jederzeit kostenpflichtige Möglichkeit ist die Schufa-Bonitätsauskunft. Sie ist in zwei Teile gegliedert. Zum einen in sämtliche gespeicherten Daten, also analog zur kostenlosen Selbstauskunft, und zum anderen in eine, wie es die Schufa selbst nennt „beweiskräftige Auskunft für die Geschäftspartner“. Das sind keineswegs alle, sondern nur solche Daten und Eintragungen, die für eine Vertrauensbildung zwischen dem Endverbraucher und seinem Vertragspartner, beispielsweise dem Vermieter, notwendig sind. Die Akzeptanz der Bonitätsauskunft ist durchweg gut bis sehr gut.

Schufa Kompakt, Plus und Premium

Das sind drei gestaffelte Angebote der Schufa, mit denen der Verbraucher gegen eine monatliche Gebühr jederzeit seine Schufa online einsehen und ausdrucken kann. Die verschiedenen Leistungen beinhalten unter anderem einen Updateservice, Beratungen sowie Vergünstigungen für die Bonitätsauskunft.

Zusammenfassend lässt sich festhalten,

dass die Schufa transparent arbeitet und nichts verheimlicht. Der Verbraucher muss selbst aktiv werden, um sich über die Richtigkeit aller Eintragungen in „seiner Schufa“ zu informieren. Das wird kraft Gesetzes jährlich einmal kostenlos angeboten, und es ist darüber hinaus auch als kostenpflichtiger Onlineservice möglich. Heutzutage muss jeder, der in die Gesellschaft eingebunden ist und am Geschäftsleben teilnimmt, mit der Schufa sozusagen leben.



Schufa Eintrag Löschen

Schufa-Pflicht zur Datenlöschung – Was heißt das konkret?

Rechtsgrundlage für die Datenverwaltung bei gewerblichen Wirtschaftsauskunfteien wie der Schufa ist § 35 BDSG, des Bundesdatenschutzgesetzes. Dort wird in die drei Bereiche Berichtigung, Löschung und Sperrung von Daten unterschieden. Für die meisten in der Schufa-Datenbank erfassten und gespeicherten Daten ist § 35 Absatz 4 BDSG maßgebend. Danach sind Daten zu löschen, „wenn sie geschäftsmäßig zum Zweck der Übermittlung verarbeitet werden und eine Prüfung jeweils am Ende des vierten, soweit es sich um Daten über erledigte Sachverhalte handelt und der Betroffene der Löschung nicht widerspricht, am Ende des dritten Kalenderjahres beginnend mit dem Kalenderjahr, das der erstmaligen Speicherung folgt, ergibt, dass eine länger währende Speicherung nicht erforderlich ist.“

Wer eintragen lässt, der muss auch löschen lassen

Die Formulierung „Schufa-Daten löschen“ ist, auf den Punkt gebracht, der Arbeitsvorgang einer ersatzlosen Streichung, also der Herausnahme des betreffenden Datenbestandes aus der Datenbank. Das kann nur die Schufa selbst tun, weil sie die Eintragung getätigt hat und ihren Datenbestand selbst verwaltet. Doch die Schufa wird nicht von sich aus tätig. Das kann, objektiv betrachtet, bei geschätzten 60 Millionen erfassten Verbrauchern und deren Daten auch nicht erwartet werden. Hier gilt der – leider eher theoretische – Grundsatz, dass derjenige, der die Dateneintragung veranlasst hat, die Schufa über die Vertragserledigung informieren muss. Für die Bank oder Sparkasse heißt das, die Schufa über das zurückgezahlte Darlehen zu informieren, oder über das geschlossene Girokonto. Diese Information geschieht in den meisten Fällen nicht, sie fehlt also für Millionen eingetragener Datenbestände. Die bleiben unverändert im Datenbestand und werden so zu unrichtigen, zu falschen Daten. Das wirkt sich dementsprechend negativ auf den Basisscore aus. Der wird im Quartalsrhythmus automatisch anhand der eingetragenen Daten ermittelt. Je überholter die sind, umso falscher sind sie, und umso unrichtiger ist der Schufa-Score.

Schufa wird aktiv, sobald sie Kenntnis hat

Es steht außer Frage und ist oftmals bewiesen, dass die Schufa aktiv wird, sobald sie Kenntnis über unrichtige, über falsche oder überholte Datenbestände erhält. Der Arbeitsvorgang dauert erfahrungsgemäß auch deswegen mehrere Wochen, weil die Schufa der Gründlichkeit wegen immer beide Seiten „anhört“. Sofern das Unternehmen die Rechtmäßigkeit einer Löschung bestreitet, kann die Schufa diesen betreffenden Datenbestand vorübergehend sperren. Die Daten bleiben unverändert im Datenbestand erhalten. Sie dürfen jedoch, abgesehen von den beiden Ausnahmefällen nach § 35 Absatz 8 BDSG, nur mit dem OK des Betroffenen weitergegeben werden.

Schufa-Löschung selbst veranlassen

Da es bei der Schufa-Datenspeicherung um die ureigenen Interessen des Verbrauchers geht, sollte er selbst „seine Schufa“ laufend überprüfen und die Löschung unrichtiger, überholter oder ganz falscher Daten beantragen. Das ist sowohl per Briefpost oder per Fax als auch online möglich. Die Erfahrung zeigt, dass es müßig ist, darauf zu warten, dass diejenigen Unternehmen, die vor Jahren ihre Verträge in die Schufa-Datenbank haben eintragen lassen, jetzt deren Löschung veranlassen. Für sie ist das eher ein lästiger, kostenintensiver Personal- und Verwaltungsaufwand.

Beispiele für die fristgemäße Datenlöschung in der Schufa

• Girokonto: Direkt nach der Kontoauflösung
• Kreditkarte: Direkt nach Vertragsende und Kreditrückzahlung
• Kredit und Darlehen: Drei Jahre nach vollständiger Tilgung
• Bürgschaft: Sofort nach Wegfall/Erstattung der Forderung
• Zahlungsverzögerung: Drei Jahre nach kompletter Rückzahlung
• Kundenkonto im Versand-/Onlinehandel: Drei Jahre nach dem Kontoausgleich
• Anfrage zur Kontoeröffnung: Ein Jahr lang, einsehbar zehn Tage

Negative Schufa – KO-Kriterium für vertragliche Verbindlichkeiten

Die Schufa als eine private Wirtschaftsauskunftei, mit vollem Namen Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung, ist heutzutage sozusagen allgegenwärtig. Das Unternehmen mit Geschäftssitz in der hessischen Landeshauptstadt Wiesbaden sammelt und speichert bundesweit persönliche Daten über das Ausgabeverhalten aller geschäftsfähigen Bürger. In den meisten Fällen beginnt die „Schufa-Laufbahn“ mit dem Eröffnen des Girokontos bei einer Bank oder Sparkasse. Mit Ausnahme weniger deutscher Onlinebanken sind alle Kreditinstitute ein Geschäftspartner oder ein Aktionär der Schufa. Sie alle haben sich im gegenseitigen Interesse dazu verpflichtet, ihre Verträge mit dem Endverbraucher als Information in die Schufa-Datenbank eintragen zu lassen. Dort kann jeder, der zur Einsicht berechtigt ist, auf einen Blick die personenbezogenen Eintragungen des einzelnen Bürgers sehen.

Kontaktdaten, positive und negative Schufa

Alle Eintragungen in die Schufa gliedern sich in die drei Bereiche
• Persönliche Kontaktdaten
• Positive Informationen
• Negative Eintragungen
Kontaktdaten sind die persönlichen Angaben zu Name, Alter, Geburtsort, Wohnsitz und Geschlecht. Das sind neutrale Angaben. Doch schon der Wohnsitzwechsel innerhalb eines kürzeren oder überschaubaren Zeitraumes kann zu einer ersten, subjektiven Bewertung führen, die den Schufa-Score nicht positiv, sondern eher negativ beeinflusst. Als positive Informationen werden sämtliche Meldungen der Schufa-Geschäftspartner über die Verträge mit ihren Kunden bezeichnet. Bei Kreditinstituten gehören dazu das Girokonto, Kreditkarten, Darlehen und Kredite. Onlineshops und Versandhäuser lassen Ratenzahlungsverträge eintragen, die Autobanken ihre Autofinanzierungen, und Telefongesellschaften die Verträge über Festnetz und Mobilfunk. In allen Fällen handelt es sich um Verträge mit längeren, mehrjährigen Ratenverbindlichkeiten. Solange die Verträge anstandslos erfüllt werden, ist alles gut. Wenn nicht, dann handelt es sich in der Regel um Zahlungsprobleme. Raten werden gar nicht, nur teilweise oder unpünktlich bezahlt. Der Zahlungssäumige wird mehrmals gemahnt und auf die jetzt noch vermeidbare negative Schufa-Eintragung hingewiesen. Wird die offene Forderung dennoch nicht beglichen, folgt der „Negativeintrag“.

Negative Schufa und Schufa-Score

Alle Eintragungen in der Schufa-Datenbank werden rechnerisch zu einem Schufa-Score zusammengeführt, sozusagen gebündelt. Der Score ist das in Prozentpunkten ausgedrückte Ergebnis von positiven und negativen Eintragungen. Er reicht von der – eher theoretischen – Bestmarke hundert Prozent abwärts bis zu null Prozent. Der von Haus aus sehr gute oder gute Score zwischen hundert und neunzig Prozent wird durch jede negative Eintragung dadurch beeinflusst, dass er sinkt. Mit einem schwachen oder niedrigen Schufa-Score verbinden alle Schufa-Partner ein Geschäfts- und Kreditausfallrisiko. Gründe für einen schwachen Score sind Zahlungsprobleme bei der Vertragserfüllung, Eidesstattliche Versicherungen, die Privatinsolvenz oder Straftaten. Ganz einfach formuliert, möchten die Unternehmen mit diesen Kunden keine Geschäfte machen. Wie es dann heißt, wird die Geschäftsverbindung abgelehnt.

Schufa-Einsicht nur mit Zustimmung des Verbrauchers

Der Kunde oder Antragsteller ist in einer schwierigen bis hin zu ausweglosen Situation. Die Schufa-Datenbank darf nur mit seiner schriftlichen Zustimmung eingesehen werden. Dazu unterzeichnet er die „Schufa-Klausel“, was bei Onlineanträgen durch einen Mausklick geschieht. Wenn er nicht zustimmt, wird sein Antrag nicht bearbeitet. Der Kundenberater in der Bank beendet das Beratungsgespräch, ebenso wie der Mobilfunkanbieter. Bei Onlineanträgen geht es ohne den Schufa-Mausklick nicht weiter. Die Unternehmen müssen keineswegs mit jedem Kunden einen Vertrag abschließen. Ihre Vertragspartner suchen sich die Schufa-Partner dahingehend aus, dass sie deren Bonität anhand des Schufa-Score bewerten können.

Schufa-Prüfung verläuft nicht immer positiv

Nach dem ersten Schritt, die Schufa einsehen zu dürfen, folgt der zweite Schritt mit der Bonitätsbewertung. Die Unternehmen möchten vor dem Vertragsabschluss möglichst sicher sein, dass der Kunde den Vertrag auch tatsächlich einhält und erfüllt. Seine Bonität, das heißt seine wirtschaftliche Leistungsfähigkeit, muss stimmen. Die wird durch den Schufa-Score ausgedrückt. Diese Zahl ist in vielen Fällen das einzige Kriterium für die Entscheidung: Vertragsabschluss Ja oder Nein. In der Regel sind die Schufa-Geschäftspartner gar nicht an den negativen Gründen interessiert, die zu einem schlechten Score führen. Die Tatsache, dass es so ist, reicht aus für ein Nein, also zur Ablehnung der Geschäftsverbindung.

Mit negativer Schufa kein Ansatzpunkt für klärendes Gespräch

Die Negativeintragungen müssen keineswegs immer mit hohen Schulden verbunden sein. Mehrere Eintragungen über nicht bezahlte Rechnungen mit geringem Volumen wirken sich mindestens vergleichbar negativ aus wie eine einzige über einen höheren Betrag. Im Gegenteil: Der Betroffene macht durch sein Verhalten deutlich, dass schon bei kleineren Forderungen kein Verlass auf seine Zahlungsfähigkeit und Zahlungsmoral ist. Diese Situation wird vielfach von Jugendlichen unterschätzt. Typische Beispiele dafür sind offene Forderungen für einen oder einige Mobilfunkverträge. Der neue Vertragspartner lässt buchstäblich nicht mit sich reden. Er sieht den niedrigen Schufa-Score, die dazugehörige mangelnde Bonität, lehnt die Geschäftsverbindung ab und verzichtet auf den Vertragaabschluss. Wenn der Kunde seine eigene Schufa nicht kennt, dann weiß er in der Regel gar nicht, warum der gewünschte Vertrag nicht zustande kommt.

Vor diesem Hintergrund,

ist es sowohl wichtig als auch sinnvoll, jederzeit über die eigene Schufa, also über die positiven und negativen Eintragungen in der Schufa-Datenbank informiert zu sein. Möglichkeiten dazu bieten das BDSG, das Bundesdatenschutzgesetz sowie die Schufa selbst. Jeder Bürger hat Anspruch auf jährlich eine kostenlose Auskunft zu seiner Schufa. Online kann er für einen monatlich niedrigen einstelligen Eurobetrag jederzeit die eigene Schufa einsehen; inklusive dem Score, der quartalsweise aktualisiert wird.

Schufa Score

Schufa-Score als Grundlage für die Bonitätsbewertung

Als Scoring wird ganz allgemein die Überprüfung der Bonität des privaten oder gewerblichen Kreditnehmers bezeichnet. Das englische Wort Scoring heißt zu Deutsch Kreditwürdigkeitsprüfung. Kreditwürdigkeit bedeutet, dass der Kreditnehmer aufgrund seiner wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit mit seinen laufenden, regelmäßigen Einnahmen und Ausgaben problemlos dazu in der Lage ist, den erhaltenen Kredit vertragsgemäß, also vollständig und pünktlich zurückzuzahlen. Mit dem Scoring wird anhand von vorhandenen Zahlen, Daten und Fakten eine Prognose in die Zukunft hinein erstellt. Diese Prognose soll möglichst genau sein. Dabei werden, soweit es geht, zukünftige Entwicklungen oder auch Einschätzungen mitberücksichtigt. Das Scoring ist wie eine ganz eigene Form der Wahrscheinlichkeitsrechnung. Wer ein Scoring durchführt, der hat dafür sein individuelles Scoring-Modell. Das gilt auch für die Schufa, die private Wirtschaftsauskunftei „Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung“. Mit ihrem, dem Schufa-Scoring wird der Schufa-Score als rechnerisches Ergebnis aller in der Schufa-Datenbank erfassten Informationen über den einzelnen Bürger als Endverbraucher ermittelt. Der Score wird in Prozentpunkten ausgedrückt und ist umso besser, je höher der Prozentsatz ist. Der beste, eher theoretische Schufa-Score beträgt demnach hundert Prozent.

Schufa Score Tabelle

Schufa Risikoquote und RatingstufenSchufa Risikoquote nach ScoreScore Ausfallwahrscheinlichkeit

Generieren des Schufa-Scoring bleibt Geschäftsgeheimnis

Niemand außer den damit direkt befassten Angehörigen der Schufa kennt Einzelheiten zum Schufa-Scoring. Das ist und bleibt ein Betriebsgeheimnis der Schufa. Sie ist mit dieser Auffassung durch eine höchstrichterliche Entscheidung bestätigt worden. Der Betroffene muss sich mit dem Ergebnis seines Schufa-Scores zufriedengeben. Er hat keine Chance, das Scoring selbst näher kennenzulernen oder gar beeinflussen zu können. Feststeht, dass es ein mathematischer Vorgang ist, bei dem viele bis hin zu zahlreiche Details zu einem einzigen Endergebnis, dem Schufa-Score verarbeitet werden. Jedes Unternehmen, das einen Score ermittelt, hat dazu seine eigenen Berechnungsgrundlagen als Betriebsgeheimnis.

Basisscore und Branchenscore

Ihr eigenes Scoring, sprich die Beurteilung der Kreditwürdigkeit, gliedert die Schufa in den Basis- sowie in den Branchenscore. Wie die beiden Begriffe ausdrücken, handelt es sich bei dem Basisscore um einen allgemeinen, branchenübergreifenden Score. Er erfasst alle in der Schufa-Datenbank eingetragenen Verbindlichkeiten; vom Girokonto über die Kreditkarte, den Mobilfunkvertrag und den Autokredit bis hin zum Kundenkonto mit Ratenzahlung im Versandhandel. Der Basisscore wird automatisch im Dreimonatsrhythmus anhand der jeweiligen Schufa-Eintragungen aktualisiert. Der Branchenscore ist die auf einzelne Branchen in Handel und Dienstleistung verfeinerte Form des Basisscore. Die Schufa gliedert ihn in sieben Branchen, und zwar in alphabetischer Reihenfolge

• Banken
• Genossenschaftsbanken und Sparkassen
• Handel
• Hypothekenbanken
• Schufa-Business-Line
• Telekommunikation
• Versandhandel

Für jede dieser Branchen wird ein eigener, individueller Score ermittelt. Daraus ergibt sich, dass in vielen Fällen der einzelne Branchenscore von dem Basisscore deutlich abweichen kann. Für die Gesamtbeurteilung der Bonität eines Kunden, beispielsweise bei einem Kreditinstitut oder bei einem Mobilfunkanbieter, ist zwar der Branchenscore wissenswert. Ausschlaggebend ist jedoch der Basisscore, weil er eine Gesamtbeurteilung der Bonität ermöglicht.

Scoring erfasst keine Einnahmen, sondern nur Ausgaben

Die Schufa kann mit ihrem Scoring nur diejenigen Informationen bewerten, die ihr zugänglich sind. Das sind sämtliche Verträge über Verbindlichkeiten, die ihr von den Geschäftspartnern gemeldet werden. Hinzukommen Eintragungen in öffentlich zugänglichen Verzeichnissen, die von der Schufa selbst gesammelt und gespeichert werden. Dazu gehören Bekanntmachungen über Privatinsolvenzen, über die Abgabe von Vermögensauskünften, den früheren Offenbarungseid, über titulierte Forderungen sowie zu Straftaten. Zur Einnahmesituation des Bürgers steht nichts in der Schufa-Datenbank, weil derartige Informationen für die Schufa nicht zugänglich sind. Insofern bleibt festzuhalten, dass sich alles rund um die Schufa und deren Scoring ausschließlich auf Ausgaben als vertragliche Verbindlichkeiten bezieht. Eine gute oder schlechte Schufa lässt keinerlei Rückschlüsse auf die Einnahmesituation des Betroffenen zu. Der kann durchaus ein sehr gutes Einkommen, durch seine Zahlungssäumigkeit aber dennoch wegen des niedrigen Schufa-Scores eine schlechte Bonität haben.

Als Resümee gilt,
dass der Verbraucher nicht erfahren wird, wie sein individueller Schufa-Score ermittelt wird. Gleichzeitig muss er mit seinem Score leben, weil der von der Schufa automatisch generiert und aktualisiert wird. Da der Score für alle Geschäftspartner der Schufa das Maß der Dinge für die Bonitätsbewertung, für die Beurteilung der Kreditwürdigkeit ist, sollte der Bürger zu jeder Zeit an einem möglichst guten, hohen Score interessiert sein.



Schufa Klausel

lle Geschäftspartner der privaten Wirtschaftsauskunftei Schufa, der Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung, sehen sich zu einer gegenseitigen Information verpflichtet. Sie lassen sämtliche Verträge mit ihren Kunden als Information in die Datenbank der Schufa eintragen. Wer dort Einsicht hat, und das sind beispielsweise die Sparkassen und Banken, der sieht auf Anhieb, welche vertraglichen Verbindlichkeiten der einzelne Bürger eingegangen ist. Doch nichts geschieht ohne die Zustimmung des Endverbrauchers. Erst wenn der sein OK dazu gibt, indem er die „Schufa-Klausel“ unterzeichnet oder online anklickt, darf seine Schufa eingesehen werden. Vielen unter ihnen ist gar nicht bewusst, was damit verbunden ist, und was das für Folgen haben kann.

Schufa-Klausel – ohne Bonitätsanfrage kein Girokonto mit Dispo-Kredit

Immer dann, wenn für Kreditinstitute ein finanzielles Risiko besteht, prüfen sie die Bonität des Kunden. Die Grundlage dafür ist der Schufa-Score. Der Antragsteller auf Eröffnung eines Girokontos mit Dispo-Kredit muss also der Einsichtnahme in die Schufa zustimmen. Tut er das nicht, kann er bestenfalls auf ein Girokonto als Guthabenkonto hoffen, also ohne Dispo-Kredit, oder das Gespräch mit dem Kundenberater ist gleich beendet. Ohne Unterzeichnung der Schufa-Klausel geht es nicht weiter. Denn das Kreditinstitut ist frei in seiner Entscheidung, ob und wem es einen Dispo-Kredit anbietet.

Kreditanfrage mit Information an die Schufa

Zu dem „Vorwarnsystem“ der Schufa-Geschäftspartner gehört es auch, sich untereinander über Kreditwünsche ihrer Kunden zu informieren. Bevor es zu einem Kreditantrag kommt, wird mit einer Kreditanfrage bei der Schufa die Bonität geprüft. Das OK dazu gibt der Antragsteller in der Schufa-Klausel. Er muss jedoch wissen, dass jede Kreditanfrage als Information in die Schufa-Datenbank eingetragen wird. Dort bleibt sie gespeichert und für einige Wochen einsehbar. So ist der Weg von mehreren ergebnislosen Kreditanträgen lückenlos in der Schufa nachvollziehbar. Spätestens beim dritten Antrag sind die Chancen gleich Null, weil der Kundenberater sieht, dass der Antrag schon zweimal abgelehnt worden ist. Das ist für ihn Grund genug, um seinerseits ebenfalls, wie es heißt, die Geschäftsverbindung mangels Bonität abzulehnen.

Konditionsanfrage ohne Bonitätsabfrage bei der Schufa

Während die Kreditanfrage ein konkretes Anliegen des Kreditsuchenden ist, wird die Konditionsanfrage als eine eher unverbindliche Anfrage zu Kreditkonditionen gewertet. Der Kreditsuchende sollte bei seinem Gespräch mit dem Kundenberater ausdrücklich darauf hinweisen, dass es sich um eine Konditionsanfrage handelt. In diesem Fall wird keine Schufa-Klausel unterzeichnet. Der Kunde kann sicher sein, dass die Schufa nicht eingesehen wird, und dass auch keine Eintragung in die Schufa-Datenbank erfolgt. Sein Gespräch bleibt ohne Folgen. Ob sich der Kundenberater seinerseits damit zufriedengibt, kann im Einzelfall so oder so der Fall sein.

Schufa-Daten: Informationsflut und Sammelwut

Ganz allgemein bleibt festzustellen, dass heutzutage nahezu alle Ratenzahlungsverträge in die Schufa eingetragen werden. Dahinter steht das Ziel der Unternehmen, sich vor Zahlungsausfällen und vor jeglichen Zahlungsproblemen zu schützen. Dieses Risiko wird am ehesten dadurch vermieden, dass der Vertrag gar nicht erst abgeschlossen wird. Ganz nach dem Grundsatz: Besser kein Kunde als ein schlechter Kunde. Vor diesem Hintergrund nimmt die Zahl an Schufa-Eintragungen ständig zu. Kreditinstitute, Leasinggesellschaften, Versandhäuser und Onlineshops; praktisch jeder, der Waren oder Dienstleistungen gegen Ratenzahlung anbietet, meldet den Vertrag der Schufa. Auch die Schufa selbst sammelt Informationen über Privatinsolvenzen, Offenbarungseide oder Haftanordnungen aus öffentlichen Verzeichnissen und speichert sie in ihrer Datenbank.

Fazit

Der Bürger sollte wissen, dass ohne seine Zustimmung kein Vertragspartner Zugriff auf seine Schufa hat. Umgekehrt wird es zu keinem Vertragsabschuss kommen, wenn er die Schufa-Klausel nicht unterzeichnet. Daraus folgert die Notwendigkeit, die „eigene Schufa“ möglichst frei von negativen Eintragungen zu halten. Denn nur mit einem guten bis sehr guten Schufa-Score ist der gewünschte Vertragsabschluss möglich.

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