Firmen, Banken und Sparkassen als Geschäftspartner der privaten Wirtschaftsauskunftei Schufa lassen alle Verträge mit ihren Kunden in die Schufa-Datenbank eintragen. Umgangssprachlich ist das die Schufa des einzelnen Bürgers. Anhand der Schufa-Eintragungen und des sich daraus ergebenden rechnerischen Schufa-Basisscore wird die Bonität des Kreditsuchenden bewertet. Je näher der Score an die 100%-Marke heranreicht, desto besser ist er, und damit auch die Kreditwürdigkeit. Jeder Endverbraucher sollte daran interessiert sein und alles für einen hohen Schufa-Score sowie eine dementsprechend gute Bonität tun. Dazu gibt es verschiedene Möglichkeiten, die in den folgenden acht Tipps zusammengefasst sind.

Das Wichtigste in Kürze
• Wirtschaftsauskunfteien wie die Schufa dürfen die ihnen zugänglichen Informationen speichern und nutzen
• Mit Unterzeichnung der Schufa-Klausel gibt der Verbraucher sein OK zu Einsichtnahme und zu Eintragung
• Außer der Schufa gibt es bundesweit weitere vergleichbare Auskunfteien
• § 34 Bundesdatenschutzgesetz gibt dem Bürger das Recht auf eine jährlich einmal kostenlose schriftliche Auskunft
• Fehlerhafte sowie nicht aktuelle Eintragungen sollten möglichst schnell erkannt und korrigiert werden
• Ratenkäufe sind Gift für den Schufa-Score
• Kredite ohne Schufa von Kreditvermittlern im Internet, welche Geld im Voraus verlangen, sind ein No-Go*

Bonität ist nicht gleich Bonität

Der Schufa-Score ist eine von mehreren Grundlagen für die Bewertung der Bonität. Die Kreditinstitute haben ihre jeweils eigenen Richtlinien zur Kreditvergabe. Die Einzel-, die Versand- und die Onlinehändler bewerten eine Kreditwürdigkeit ihrer Kunden nach ganz individuellen Kriterien. Sie sind frei in ihrer Entscheidung, wo sie die Messlatte für die Kreditwürdigkeit eines Handyvertrages oder einer Einbauküche anlegen. Kunden und Antragsteller sollten sich weder durch eine noch durch einige Absagen entmutigen lassen. Die erste Absage mangels Bonität heißt keineswegs, dass andere ebenso entscheiden.

Die eigene Schufa zu kennen ist immens wichtig

Nach § 34 BDSG, des Bundesdatenschutzgesetzes hat jeder Verbraucher den Rechtsanspruch auf jährlich eine kostenlose Schufa-Auskunft. Davon sollte er Gebrauch machen. Auf einen Blick ist erkennbar, ob alle Schufa-Eintragungen zutreffend, und ob sie noch aktuell sind. Die Schufa wird immer erst auf Antrag tätig, dann allerdings zuverlässig und zeitnah innerhalb eines Monats. Banken und Firmen halten sich oftmals nicht an die Vorgabe, dass derjenige die Löschung veranlassen muss, der den Vertrag vor Jahren hat eintragen lassen. Betroffen ist der Verbraucher, denn eine „saubere Schufa“ ist in seinem ureigenen Interesse.

Nicht mehr Girokonten und Kreditkarten als notwendig

Die Berechnung des Schufa-Score ist ein vom Bundesgerichtshof BGH offiziell bestätigtes Geschäftsgeheimnis. Der Endverbraucher erfährt nicht, wie sich sein Scorewert ermittelt. Erfahrungsgemäß wirken sich Schufa-Eintragungen über vertragliche Verbindlichkeiten mit finanzieller Auswirkung negativ aus. Dazu gehören Kreditkarten mit Kartenkredit. Jeder geschäftsfähige Bürger braucht ein Girokonto. Wenn er mehrere Girokonten unterhält, beispielsweise zusätzlich für Reisekosten- oder für Spesenabrechnungen, dann wird damit oftmals eine den Score negativ beeinflussende Situation verbunden. Grundsätzlich gilt: Je weniger Eintragungen in der Schufa-Datenbank stehen, umso weniger kann bewertet werden. Der Ausgangsscore ist immer positiv.

Schufa ist nur eine von mehreren Wirtschaftsauskunfteien

Die Schufa ist in Deutschland eine von mehreren Auskunfteien, wenngleich auch die mit Abstand größte und einflussreichste. Andere Unternehmen mit demselben Geschäftsziel sind Firmen wie Arvato Infoscore, Boniversum, Bürgel Creditreform oder Deltavista. Für jede von ihnen gilt der Gesetzesanspruch des Verbrauchers auf jährlich eine kostenlose Auskunft nach § 34 BDSG. Alle Auskunfteien haben eigene Grundlagen zur Berechnung „ihrer Bonität“. Sie tauschen ihre Eintragungen und Erkenntnisse nicht untereinander aus. So kann es durchaus der Fall sein, dass eine von ihnen Verträge und Verbindlichkeiten führt, die von den anderen nicht erfasst sind. Daraus ergeben sich unterschiedliche Scorewerte und Bonitäten.

So wenige Ratenkäufe wie möglich

Ratenkäufe sind für den Kunden finanzielle Verbindlichkeiten in die Zukunft hinein. Heutzutage wird jeder Ratenkauf in die Schufa eingetragen. Damit bindet der Endverbraucher sein verfügbares Einkommen und schmälert seinen finanziellen Verfügungsrahmen. Das wird im Hinblick auf die zukünftige Kreditwürdigkeit negativ bewertet und belastet den Schufa-Score. Je mehr Ratenverträge in der Schufa eingetragen sind, umso geringer wird die Kreditwürdigkeit. Auf Sicht gesehen knebelt sich der Endverbraucher durch viele, oftmals kleine Ratenkäufe selbst. Wenn er aus akutem Geldmangel einen Kredit dringend benötigt, dann wird der aufgrund des niedrigen Score nicht bewilligt.

Kreditanfrage und Anfrage zu Kreditkonditionen

Um eine Kreditanfrage des Bankkunden zu bearbeiten, wird mit seiner Zustimmung die Schufa-Datenbank eingesehen, wie es heißt die Schufa gezogen. Das wird zeitgleich in der Schufa des Betroffenen vermerkt. Mehrere solcher und insofern erfolgloser Kreditanfragen vermitteln den Eindruck von Geldproblemen des Kreditsuchenden. Anders, also ohne Schufa-Eintragung ist die Situation bei einer Anfrage nach Kreditkonditionen. Der Unterschied liegt in dem Begriff „Kondition vs. Antrag“. Bevor sich der Kreditsuchende an ein Kreditinstitut wendet, sollte er sich die notwendigen Informationen auf den Vergleichsportalen im Internet einholen.

Private Kredite sind Kredite ohne Schufa

Schufa und Schufa-Score lassen sich am besten dadurch schonen, dass der gewünschte Kredit privat aufgenommen, also von einer privaten Person gegeben wird. Sie leiht dem Kreditsuchenden das Geld und bekommt es zuzüglich der vereinbarten Kreditzinsen zurückbezahlt. Von diesem privat-vertraulichen Kredit erfährt niemand, er wird auch nicht in die Schufa eingetragen. Zwischen den beiden Beteiligten lassen sich alle Kreditkonditionen frei vereinbaren. Auf einen schriftlichen Kreditvertrag kann und darf nicht verzichtet werden. Er hat jedoch keinerlei Auswirkung auf den Schufa-Score. Der kann nur das berechnen, was in der Schufa-Datenbank steht.

Vorsicht bei Kredit ohne Schufa und bei schufafreiem Kredit

Schufafreie Kredite, auch Kredite ohne Schufa genannt, werden meistens im Internet von Kreditvermittlern angeboten. Diese Angebote sind vielfach unseriös und mit der fälligen Vermittlungsgebühr im Übrigen deutlich teurer. Oftmals wird ein Junktim zwischen Kredit ohne Schufa und dem Abschluss einer Restschuldversicherung gemacht nach dem Motto: Erst die Versicherung, dann der Kredit. Beides sind getrennte Verträge. Nach Abschluss der mehrjährigen Versicherung kommt es dann in vielen Fällen nicht mehr zu einem Kreditvertrag. Das eigentliche Ziel war der Versicherungsabschluss. Achten Sie vorallem darauf, dass der Kreditvermittler kein Geld im Voraus verlangt, dann sind Sie auf der sicheren Seite.

Folgenden Unternehmen können Sie vertrauen:

  • Bonkredit
  • Maxda
  • Credimaxx
  • Creditolo
  • Smava
  • Auxmoney
  • Lendico

Diese Unternehmen bekommen auch eine Vermittlungsprovision, jene ist aber bereits im Zinssatz enthalten. Es enstehen also keine Vorkosten für Sie. Der Vorteil dieser Vermittler ist, dass Sie Ihnen eine Menge Arbeit abnehmen. Letztendlich müssen Sie selbst entscheiden ob Sie den Weg zu den verschiedenen Banken und den damit verbundenen Zeitaufwand auf sich nehmen wollen oder ob Sie jene Aufgabe einen Vermittler überlassen.

Pro & Kontra

In der heutigen Zeit muss jeder Bürger mit der Schufa leben. Spätestens bei Eröffnung seines ersten Girokontos wird er mit seinen persönlichen Kontaktdaten in der Schufa erfasst und bis zum Ableben in der Schufa-Datenbank geführt. Dagegen lässt sich nichts unternehmen. Vor diesem Hintergrund ist es dringend geboten dauerhaft darauf zu achten, dass alle Schufa-Eintragungen richtig und aktuell sind. Keine Eintragung geschieht ohne das OK des Endverbrauchers. Umgekehrt kommen vielfach Verträge ohne seine Zustimmung erst gar nicht zustande. Auf den Schufa-Score kann durch Art und Zahl der Verträge ganz wesentlich Einfluss genommen werden.

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